DAB Radio, das sollten Sie wissen

Wo gibt es Empfang?

Digital Radio DAB ist fast in ganz Deutschland zu empfangen. Lücken gibt es nur noch in Schleswig-Holstein (nur Raum Kiel versorgt und in Mecklenburg-Vorpommern (nur Schwerin versorgt). Da die Versorgung zunächst vor allem auf einen stabilen mobilen Empfang auch bei hohen Geschwindigkeiten im Auto ausgerichtet wurde, ist die Versorgung innerhalb von Gebäuden noch nicht allerorten optimal. Nicht selten benötigt man eine zusätzliche Antenne. Ob es an Ihrem Wohnort Empfang gibt, kann Ihnen der für Ihr Bundesland zuständige Sendernetzbetreiber genauer sagen.

Linkliste:

Baden Württemberg (http://www.digitalradio-suedwest.de/)

Bayern (http://www.bayerndigitalradio.de/)

Berlin-Brandenburg (http://www.digitalradio-bb.de/) und (http://www.rbb-online.de/)

Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (http://www.digitalradio-nord.de/)

Hessen (http://www.hessendigitalradio.de/)

Nordrhein-Westfalen (http://www.digitalradiowest.de/)

Rheinland-Pfalz (http://www.digitalradio-suedwest.de/)

Saarland (http://www.digitalradiosaar.de/)



Die Empfangslücken sind bekannt und an einer Lösung der Probleme wird gearbeitet. Hierzu sollen an einigen Standorten die Sendeleistungen erhöht werden, doch dafür sind Genehmigungen erforderlich. Die zuständige Bundesnetzagentur muss sich für diese Genehmigung mit anderen in- und ausländischen Frequenznutzern abstimmen, um Störungen zu vermeiden. Derzeit prüft das deutsche Verteidigungsministerium als Frequenznachbar der hiesigen DAB-Kanäle, ob eine DAB-Leistungserhöhung zu Funkstörungen führt. Branchenkenner schätzen, dass die ersten Leistungserhöhungen noch 2006 vorgenommen werden können.



Digital Radio heute?



Neben einer besseren Klangqualität profitiert Digital Radio DAB von einer viel geringeren Störanfälligkeit. Davon kann man sich bereits heute beim Empfang im Auto überzeugen.
Digital Radio verarbeitet einen MP2-Datenstrom. Mit einem Digital Radio ist es möglich, Radiosendungen digital aufzunehmen und als MP3 abzuspeichern. Manche Empfänger bieten auch bereits die Möglichkeit, zeitversetzt zu hören.
Zudem geht Digital Radio sehr schonend mit Frequenzen um. UKW umfasst heute ein Frequenzspektrum von 20 Megahertz. Digital Radio könnte dort - rein theoretisch - zwischen 60 und 80 Radioprogramme in CD-naher Tonqualität unterbringen, ohne dass sich die Programme untereinander stören könnten.
Deutschlands beste DAB-Programmauswahl
Die Programmangebote sind regional stark unterschiedlich. Bei DAB spricht man von einem Programmensemble. Ein Ensemble umfasst typischerweise 6-8 Programme. Hier gibt es landesweit zu empfangende Ensembles und zusätzlich in Ballungsgebieten so genannte L-Band-Ensembles, die nochmals 6-8 Programme beinhalten. Interessant sind auch Wohnorte an Länderschnittpunkten, weil es hier möglicherweise mehrere landesweite Ensembles zu hören gibt. Einer der attraktivsten Wohnorte ist in diesem Zusammenhang der Raum Frankfurt am Main, wo man mit einer guten Antenne ein L-Band und drei Band III-Ensembles empfangen kann. Auch in der Bodenseeregion ist DAB eine Empfehlung wert. Hier kann man Programme aus Baden-Württemberg, Bayern und der Schweiz empfangen.

Link: DAB-Programmlisten (www.rein-hoeren.de/131.shtml)



Und die Zukunft bringt noch mehr...

Programme

Mitte 2006 werden weitere Frequenzen für Digital Radio international koordiniert. Die Planungen sehen zwei weitere Bedeckungen im Band III vor. Eine Bedeckung wird voraussichtlich bundesweit erfolgen, die weitere Bedeckung wird regional angelegt. Es ist nicht auszuschließen, dass mit dieser Maßnahme die L-Band-Ausstrahlungen auf dem Rückzug sind. Im Band III kann eine gute Versorgung mit weniger Sendestandorten realisiert werden. Die Ausstrahlungen werden für die Radiosender möglicherweise kostengünstiger. In einem Zeithorizont bis Ende 2008 wird man in der Fläche 16 - 20 DAB-Programme empfangen können, in Ballungsräumen etwa 30 Sender.


Verkehrslenkung

Ein weiterer Pluspunkt von DAB im Auto steckt künftig in den Verkehrsdatendiensten, bei denen umfassende Verkehrs- und Streckeninformationen an das Navigationssystem übergeben werden. Mit TPEG erkennt das Navigationssystem sogar Staus in der City, lotst Autofahrer in Parkhäuser mit freien Parkplätzen oder empfiehlt ein Hotel, wenn den Fahrer die Müdigkeit überkommt.

Datendienste

Mit Datendiensten ist man mit Text und Bild immer auf dem Laufenden. Bislang können die meisten DAB-Empfängerdisplays kaum mehr als eine Laufschrift einblenden, wie man das schon von UKW mit RDS kennt.
Es lassen sich auch Bilder und längere Texte übertragen, deren Darstellung einer gewöhnlichen Webseite ähneln. Bislang sind es PC-gestützte Empfänger und ein Autoradio, die solche Angebote anzeigen können. Noch im Jahr 2006 werden die Mobilfunkanbieter Handys anbieten, die grundsätzlich DAB-Radio empfangen können. Mit den Mobiltelefonen für das Handy-TV wird man allerorten auch DAB-Datendienste nutzen können.

Programmzeitschrift (EPG)

Der nächste Schritt ist der EPG, eine Programmzeitschrift für das Radioprogramm. Einige aktuelle Digital Radio-Empfänger können per Software-Update mit dieser Technik nachgerüstet werden. Der Programmführer bietet einen überblick über laufende und kommende Radiosendungen sowie Hintergrundinformationen zu den Programminhalten. Der Clou dabei: automatische Aufnahmen von Radiosendungen werden zu einem Kinderspiel. Noch 2006 plant das Deutschlandradio Kultur die Einführung eines EPG-Dienstes. Die anderen Programmanbieter werden schnell folgen, denn die elektronische Programmzeitschrift gilt als wichtiges Element zu einer stärkeren Hörerbindung.



Handy-TV DMB?

DMB ist die Multimediavariante von DAB, die für die Bewegtbildübertragung sorgt. Seit der Fußball-WM sind Städte wie Berlin, München, Köln Frankfurt/Main und Stuttgart mit dem Handy-TV versorgt, weitere Städte sollen folgen. Den Nutzungsvertrag schließt man mit seinem Mobilfunkbetreiber ab. Es handelt sich um Pay-TV mit zusätzlichen Radioprogrammen. Mit einem DAB-Radio kann man die DMB-Signale zwar erkennen, aber nicht wiedergeben. In der Gegenrichtung taugt ein DMB-TV-Handy aber dazu, DAB-Radio zu empfangen. Vorsicht: Das erste TV-Telefon Samsung SGH-P900 empfängt nur Programme im L-Band. Gegen Ende 2006 werden auch DMB-TV-Mobiltelefone im Angebot sein, die Band III und L-Band empfangen können. Darauf sollten Freunde des Digital Radios achten.


Ein Digital Radio, aber welches?

Weil noch nicht die ganze UKW-Landschaft auf DAB abgebildet wird, sollte Ihr Digital Radio UKW empfangen können.
Beim DAB-Empfang empfehlen wir Radios, die neben dem landesweiten Digital Radio-Empfang im Band III auch das auf Ballungsräume ausgelegte L-Band empfangen können. L-Band Empfangsmöglichkeiten finden Sie derzeit in folgenden Städten:
Augsburg, Berlin, Frankfurt/Main, Halle, Ludwigshafen/Rh., Magdeburg, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg, Regensburg, Saarbrücken und Würzburg.

Kann ich mir das L-Band sparen?

Denken Sie daran, dass zum Beispiel ein Umzug Sie in einen der Ballungsräume mit L-Band-Programmen führen könnte. Der geringe Mehrpreis für L-Band-Empfang macht Ihre Anschaffung zukunftssicher. Wir raten grundsätzlich zu L-Band-fähigen Radios, weil die bisherigen Testergebnisse der Redaktion reinHÖREN fast immer zu dem Ergebnis kommen, dass die Modelle mit L-Band auch im Band III etwas mehr Empfangsempfindlichkeit bieten. Bei der immer noch schwachen Senderversorgung ein unschätzbarer Vorteil.



Beliebt: Das Kofferradio

Besonders beliebt sind Tischradios. Oftmals bieten sie vielfältige Anschlussmöglichkeiten und eine Fernbedienung. Auf diese Weise sind es nicht nur schicke Radios für das Arbeits- oder Hobbyzimmer, sie erlauben sogar den Anschluss an die Stereoanlage. Die Preise liegen mit 130 bis 210 Euro in einem Bereich, der zum Experimentieren einlädt, wobei die Preise weiter sinken.

Trend: MP3-Player mit DAB-Radio
DAB-Taschenradios mutieren zu mobilen Alleinunterhaltern. Das einfache DAB-Pocketradio mit Band III, L-Band und analogem UKW gibt es bereits für unter 80 Euro. Der letzte Schrei sind DAB-Taschenradios mit MP3-Player. Die neueste Gerätegeneration liest und beschreibt SD-Speicherkarten. Die eigene MP3-Sammlung kann so um digitale Radioaufnahmen ergänzt werden. Die Preise liegen zwischen 200 und 300 Euro.

Tuner für verwöhnte Ohren
HiFi-Tuner mit DAB-Empfang beginnen preislich bereits bei 130 Euro. Passende Tuner kommen zum Beispiel von Marantz, Teac, Harman-Kardon, Restek, Cambridge Audio und Pure. Ein neuer Trend ist die Integration von DAB-Empfängern in Kompakt-Stereoanlagen (z.B. Pure, Sangean, Sharp) und Steuerzentralen für das Home Cinema (z.B. Philips und Yamaha).

Vorfahrt: Digital Radio im Auto
DAB-Autoradios sind rundweg empfehlenswert. Der Einstiegspreis liegt inzwischen bei 200 Euro, MP3-fähiger CD-Spieler inklusive. Bei Blaupunkt, Delphi (Grundig), JVC und Sony wird man in der Preisklasse von 250 bis 550 Euro fündig. Der DAB-Tuner in einem Extra-Kasten muss übrigens nicht mehr sein. Manche Hersteller bieten diese Lösung noch an, da sie auf diese Weise einfach die Modellpalette erhöhen können. Immer mehr Geräte haben den DAB-Tuner im gleichen Gehäuse integriert. Beim Autoradio gilt leider, dass nicht nur der Empfänger, sondern auch die alte Antenne ausgetauscht oder ergänzt werden muss. Eine UKW-Antenne taugt nicht für Digitalempfang. Für eine Kombiantenne sind nochmals zwischen 75 und 120 Euro zu veranschlagen. Das sollte man im Kopf haben, bevor man sein Budget für Gerät und Lautsprecher restlos ausschöpft.



DAB Radio Checkliste
Band III: Jedes DAB-Radio hat Band III
UKW:Ist für die Programmvielfalt immer noch wichtig und deshalb in den meisten Empfängern integriert.
L-Band: Empfängt weitere Programme in Ballungsräumen.

Prädikat empfehlenswert:
Analoger und/oder digitaler Audioausgang:
Zum Anschluss an Stereoanlage oder Aktivlautsprechersystem.
USB-Anschluss für Updates: Neue Funktionen per Software-Update.
Antennenanschluss: In Bereichen mit schlechter Gebäudeversorgung sollte das Radio zur Sicherheit einen Antennenanschluss bieten.



Autor: Mario Gongolsky www.rein-hoeren.de